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Portrait der praktischen Arbeit
Planung
Die Arbeit im Zeitraster:
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November und Dezember 2001
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Ideen sammeln, zeichnen
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Dezember 2001 und Januar 2002
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Übungen auf Kupfer und Messing
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21. - 25. Januar 2002 (anstelle Skilager)
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eventuell letzte Übungen, Beginn Gravur auf der Taschenuhr
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Januar 2002 bis Mai 2002
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Bearbeiten der Taschenuhr
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Mitte Juni 2002
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Abgabetermin der Diplomarbeit
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Zeitbudget: ca. 82 Stunden
Werkzeuge und Material:
- Verschiedene Gravierstichel
- Kupfer- und Messingplatten, ca. 80 x 120 x 1 mm
- Holzplatten als Unterlage, ca. 15 – 20 mm dick
- Fasskitt zum Aufkleben
- Hartkissen (dient als Unterlage zum beweglichen Arbeiten)
- Gummigut (gelber Farbstoff mit Sprit verdünnt)
- Theorieunterlagen über die Stichelhaltung, Schneidwinkel usw.
Hinweise zu zwei Metallen:
Für Anfänger eignet sich Kupfer sehr gut, da dies ein weiches Material
ist und sich dadurch gut bearbeiten lässt.
Nachteil: Das Kupfer ist schwierig gleichmässig erhitzbar (beim Befestigen).
Meine Taschenuhr besteht aus Messing. Dieses um einiges zähere Material lässt sich
jedoch besser gleichmässig erhitzen.
Wichtig: Der Schneidwinkel der Gravierwerkzeuge muss ca. 30 Grad betragen.
Ideensammlung und Skizzen:
- Blumen
- Initialen
- geometrische Muster
- Zahlen auf der Zifferblattseite (anstelle des Zifferblattes)
Erste Übung auf Kupfer:
Skizzen des gesamten Werkes / Vorlagen:
Ausführung
Graviertechnische Handhabung:
Jeder, der sich ernsthaft bemüht, das Gravieren zu erlernen, sollte von Anfang an einen
Stichel richtig anfassen und führen. Man lege diesen auf den Tisch und ergreife ihn so,
wie es auf den folgenden Abbildungen gezeigt wird. Daumen und Zeigefinger fassen die
Stichelflanken von rechts und links auf gleicher Höhe und suchen intensive Fühlung mit
der Gravurfläche. Auf dieser bleiben (bei kurzen Stichen) die beiden Fingerspitzen fest
liegen, während sich durch zusammenziehen der Hand der Stichel durch diese führenden
Finger vorwärtsschiebt. Bei langen Stichen halten die beiden Finger den Stichel fest,
rutschen aber auf der Gravurfläche mit. Nur einem erfahrener Fachmann gelingt es, ohne
Flächenkontakt frei zu arbeiten, wie es z. B. bei einem hochglanzpolierten Gravurteil
nötig ist, um das Entstehen von Kratzern durch die aufliegenden Finger zu vermeiden.
Grundsätzlich sollte der Stichel und die führende Hand dauernd etwa einen Winkel von
45 Grad zur Brustfläche des Stechers bilden, während alle Bewegungen (Kurven, Bogen,
Kreise etc.) mit der anderen Hand vorgenommen werden, d. h. jede Gravurrichtung wird
dem stets in der gleichen Lage verbleibenden Stichel entgegengesteuert. Immer wird der
Graveur versuchen, den zu gravierenden Gegenstand zu bewegen und zu drehen, die
Stichelhand dagegen ruhig zu halten. Diese Art zu stechen ist zügig und bewirkt die
glattesten und harmonischsten Linienführungen. Bogen und Kreise werden möglichst entgegen
dem Uhrzeigersinn gestochen, da diese Bewegung weitgehend der des Handgelenks entspricht.
Nur ausreichende Routine erlaubt, auch in der Gegenrichtung (in Richtung Uhrzeigersinn)
zu gravieren.
Quelle: Ausführungen von Rudolf Niedballa, Der Stichel.
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Verschiedene Übungen:
Tipp: Die Gravuren gelingen besser, wenn sie aus geraden Linien bestehen.
Einführung in das Handgravieren:
Nach dem Bestreichen mit Gummigut o. ä. 2 parallele Linien im Abstand von ca.
12 – 15 mm anreissen.
Der Holzklotz mit der Kupferplatte auf ein Sandkissen von ca. 25 cm im Durchmesser
legen und mit dem Stichel die beiden Linien im rechten Winkel miteinander verbinden.
Dabei sollte die Haltung der Hand und der Finger immer wieder kontrollieren.
Diese Übung sollte so lange wiederholt werden, bis die Linien einigermassen gut und von
gleicher Länge sind und die am Anfang unvermeidlichen Ausrutscher übersehbar sind oder
gar vermieden werden können.
Anschliessend Quadrate von 12 – 15 mm Seitenlänge aufzeichnen und darin einmal
senkrecht, einmal waagrecht und einmal diagonal stechen. Das Ziel ist wiederum ein
gleichmässig feiner Strich in regelmässigen Abständen von Begrenzungslinie zu
Begrenzungslinie.
Während allen Übungen immer wieder die Stellung der Hand und der Finger kontrollieren.
Mit Wellenlinien, Bogenlinien, Kreisen und Schnecken die Übung fortsetzen, wobei die
linke Hand für das Drehen der Kupferplatte zuständig ist. Auch diese Aufgaben müssen
so lange trainiert werden, bis ein einigermassen sauberes Resultat vorliegt.
Anschliessend kann man zu Schriften übergehen.
Arbeitsablauf:
1. Zeichnen von Vorlagen und auswählen, eventuell die Grösse anpassen.
2. Entsprechendes Stück mit einer Richtflamme gleichmässig erwärmen und im Fasskitt einbetten.
3. Mit Gummigut bestreichen (damit auf das Material gezeichnet werden kann) und Sprit wegblasen.
4. Vorlage mit Bleistift oder Kugelschreiber auf Stück übertragen, eventuell nachzeichnen.
5. Mit Gravierstichel bearbeiten, je nach Grösse des Sujets eine Lupe (Micro) verwenden.
6. Fertiges Stück herauslösen.
7. Vorsichtig mit einem spitzen Werkzeug oder Brucelle Resten der Masse wegsprengen.
Wichtig: Sich Zeit lassen, damit das Stück geschont wird!
8. Eventuell im Ultraschall oder mit Seife und Bürste kurz reinigen.
9. Sich am gelungenen Stück freuen!
Eindrücke beim Bearbeiten:
- Entscheidend ist eine effiziente Flamme zum erwärmen (um Zeit zu sparen).
- Der Schneidewinkel sollte eingehalten werden, da sich sonst nichts tut.
- Empfehlenswert: Nach einer längeren „Gravierpause“ immer zuerst auf einem
Probestück wieder das Gefühl üben.
- Leider war ich zuwenig sorgfältig beim abkratzen des restlichen Fasskittes
und habe die Stücke zerkratzt.
Zeitaufwand (nur gravieren):
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Räderwerkbrücke (grosse Rose)
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ca. 3 Stunden
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Federhausbrücke (Blätter und kleine Rose)
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ca. 4 Stunden
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Unruhbrücke (Ast)
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ca. ½ Stunden
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Zifferblattseite (römische und arabische Indexe, Initialen)
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ca. 5 Stunden
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Total:
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12 ½ Stunden
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Nicht vergessen: Die vielen anderen Arbeitsschritte und gelegentliches Stichelschleifen!
Rückblick:
Ich war erstaunt, wie gut die Resultate eines Amateurs sind.
Entscheidend ist sicher die Sorgfalt und der Wille, in so kurzer Zeit das
Beste herauszuholen.
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